Donnerstag, 15. März 2007

Eine schwarze Google-Startseite und der Klimaschutz


Die Diskussion um den Klimaschutz treibt sehr interessante Blüten. Während bei ProLinux der CO2-Ausstoß diskutiert wird, der durch das Kompilieren der Linux-Distribution Gentoo verursacht wird, hat der Amerikaner Mark Ontkus errechnet, wie viel Strom gespart werden könnte, wenn Google die Hintergrundfarbe ihrer Suchmaschine von weiß auf schwarz ändern würde. Ontkus beruft sich dabei auf einen Artikel des Rising Phoenix Design, demzufolge eine weiße Webseite 74 Watt, eine schwarze jedoch nur 59 Watt Strom verbraucht. Googles Suchmaschine, die täglich ungefähr 200 Millionen Suchanfragen beantwortet und damit, vorausgesetzt die Anfrage dauert im Durchschnitt 10 Sekunden, über 550.000 Stunden pro Tag angezeigt wird, könnte mit einem Wechsel der Hintergrundfarbe laut Ontkus circa 8,3 Megawattstunden pro Tag respektive 3000 Megawattstunden pro Jahr einsparen.
Eine sehr interessante Idee, wobei der Stromverbrauch laut den Kommentaren in Ontkus Blog nur bei Röhrengeräte von der Helligkeit abhängt und eine schwarze Startseite die Lesbarkeit meiner Meinung nach stark beeinträchtigen würde.

[Bildquelle: ecoIron, Mark Ontkush]

Montag, 12. März 2007

Ist Europa innovationslos?


Betrachtet man die Unternehmen, die das Internet in den letzten Jahren maßgeblich verändert haben, fallen einem mit Yahoo, Google, Amazon, eBay, ICQ, Blogger, Flickr, YouTube und MySpace hauptsächlich amerikanische Entwicklungen ins Auge.
Diese Beobachtung passt wunderbar zum folgenden Zitat Bette Midlers, auch wenn man es in diesem Fall auf ganz Europa beziehen kann:
"When it's three o'clock in New York, it's still 1938 in London."

Insbesondere das deutsche Engagement im Internet beschränkt sich auch in den Zeiten des Web 2.0 weitestgehend darauf, amerikanische Ideen mehr oder weniger gelungen zu kopieren und sie als Eigenleistung zu verkaufen.
Ob nun das von den Jamba-Gründern Marc, Oliver und Alexander Samwer gegründete Auktionshaus alando.de, das bereits sechs Monate nach der Gründung für 50 Millionen Dollar an den Ideengeber eBay verkauft wurde, die Vielzahl an Video-Portalen, die den Marktführer YouTube kopieren, oder die vor allem durch Sicherheitsprobleme und die Eskapaden des Firmengründers Ehssan Dariani in die Schlagzeilen geratene Facebook-Kopie StudiVZ: Interessante Ideen und Mut zur Innovation fehlen.
Dabei war es nie einfacher sich mit einer guten Idee innerhalb kurzer Zeit und mit einem im Vergleich zu anderen Branchen geringen finanziellen Risiko selbstständig zu machen. Dies beweisen der Leipziger Online-Service Spreadshirt, der es seinen Benutzern erlaubt einen eigenen T-Shirt-Shop einzurichten, oder das in Luxemburg gegründete Unternehmen Skype, das zu den Vorreitern der Internet-Telefonie (VOIP) gehört. Sehr interessant ist in diesem Zusammenhang auch das noname-community project, das die Entwicklung ihrer Web 2.0-Anwendung in einem Blog dokumentiert.
Hier wird deutlich, dass es nicht an Ideen fehlt. Es ist vielmehr eine Frage der Unternehmungslust und des dazu nötigen Selbstbewusstseins. Ich kann deshalb jedem, der eine gute Idee hat, nur dazu raten, diese auch umzusetzen um so seinen Teil zur Innovation und Weiterentwicklung des Internets beizutragen.

Samstag, 3. März 2007

Buch: Getting Real


Ich habe ja vor ein paar Tagen bereits Writeboard von 37signals vorgestellt. Die Firma finde ich im Moment sehr interessant. Zum einen, weil sie die Entwickler von RubyOnRails sind, zum anderen, weil sie interessante Webanwendungen herstellen, die sich auf das Wesentliche beschränken.
Auf ihrer Webseite gibt es neben dem interessanten und oft witzigen Blog Signal vs. Noise auch das Buch Getting Real, dass wahlweise als PDF oder gedrucktes Buch gekauft oder online gelesen werden kann. Das Buch enthält verschiedene Essays der Entwickler und Designer bei 37signals und erläutert die Firmen-Philosophie. 37signals verfolgt interessante und unkonventionelle Ansätze in Hinblick auf gutes Webdesign und die Führung des Unternehmens. Das Buch ist deshalb insbesondere für Leute interessant, die selbst Webanwendungen entwickeln und ihre Software besser und kundenfreundlicher machen wollen.
Wer Interesse an der Firma hat und sich ein Bild der Mitarbeiter machen will, sollte sich außerdem den Apple-Werbespot "37Signals on the Greatness of Macs" anschauen. Er wirkt zwar teilweise etwas lächerlich, die grundsätzliche Philosophie der Firma wird aber gut dargestellt.